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Cape Braai

Handgriffe statt Rezepte

Die Techniken

9 Dinge, die man am Feuer kann oder nicht kann. Bei jeder steht, was sie ist, warum sie so geht, woran du erkennst, dass sie funktioniert — und welche Rezepte sie nutzen.

Lammkoteletts auf einem großen Rost, unter dem die Flammen durchschlagen, zwei Paar Hände wenden
Thulani Godfrey Timba · CC BY-SA 4.0

Der Hand-über-Rost-Test

Der Handtest misst die Hitze der Glut in Sekunden: Du hältst die flache Hand eine Handbreit über den Rost und zählst, bis du sie wegziehen musst.

Warum
Ein Thermometer hat am offenen Feuer niemand, und die Farbe der Kohlen sagt zu wenig. Die Sekundenzahl ist die einzige Angabe, die überall gleich funktioniert — und sie steht auf jeder Rezeptseite dieser Sammlung.
Woran du es erkennst
Zwei Sekunden sind volle Glut, vier heiß, sechs mittel, acht sanft. Wer zwischen zwei Stufen liegt, wartet lieber die höhere Zahl ab.

So geht es

  1. Warten, bis keine Flammen mehr schlagen und die Kohlen grau überzogen sind.
  2. Die flache Hand eine Handbreit über den Rost halten.
  3. Zählen, bis es zu heiß wird. Diese Zahl ist die Glutstufe.
  4. Passt sie nicht, den Rost höher legen oder zehn Minuten warten — nicht die Kohlen anblasen.

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Zwei Zonen bauen

Zwei Zonen heißt: Die Glut liegt nur unter einer Hälfte des Rosts, die andere Hälfte bleibt frei.

Warum
Damit hast du zwei Temperaturen gleichzeitig und einen Ort, an den du etwas schieben kannst, wenn Fett ins Feuer tropft. Ohne zweite Zone bleibt bei einer Stichflamme nur, das Fleisch herunterzunehmen.
Woran du es erkennst
Über der heißen Seite hältst du die Hand zwei bis vier Sekunden aus, über der kühlen sechs bis acht.

So geht es

  1. Die Glut mit einer Schaufel oder Zange auf eine Hälfte ziehen.
  2. Auf der heißen Seite ankrusten, dann auf die kühle Seite ziehen und durchziehen lassen.
  3. Brot und Braaibroodjies gehören immer auf die kühle Seite.

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Indirekt garen

Indirekt garen heißt, dass unter dem Gargut keine Glut liegt — die Hitze kommt von der Seite und von oben.

Warum
Alles, was länger als zwanzig Minuten braucht, verbrennt über direkter Glut außen, bevor es innen warm ist. Ein ganzes Hähnchen, dicke Rippen, ein Schweinebauch: alles Fälle für indirekt.
Woran du es erkennst
Die Hand hält über der Stelle, an der das Fleisch liegt, sechs Sekunden oder mehr aus — obwohl daneben volle Glut liegt.

So geht es

  1. Glut auf zwei Seiten aufteilen, in der Mitte eine Lücke lassen.
  2. Das Gargut über die Lücke legen, Fettseite nach oben.
  3. Wenn möglich Deckel oder Haube auflegen; sonst häufiger nachlegen, weil ohne Deckel mehr Glut nötig ist.

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Aufklappen (Spatchcock)

Beim Aufklappen wird dem Hähnchen das Rückgrat herausgeschnitten, damit es flach aufliegt.

Warum
Ein ganzes Hähnchen ist an der Brust doppelt so dick wie am Schenkel. Flach aufgelegt ist es überall etwa gleich hoch und braucht statt anderthalb Stunden rund vierzig Minuten — die Technik kam mit der portugiesisch-mosambikanischen Küche ins Land.
Woran du es erkennst
Das Hähnchen liegt vollflächig auf; nichts steht ab, nichts wippt.

So geht es

  1. Mit einer Geflügelschere links und rechts am Rückgrat entlangschneiden und es herausnehmen.
  2. Das Tier umdrehen und mit dem Handballen aufs Brustbein drücken, bis es knackt.
  3. Mit der Hautseite nach oben über mittlere Glut legen, erst zum Schluss auf die Haut drehen.

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Schichten im Potjie

Schichten heißt: Fleisch unten, darüber die Zutaten in der Reihenfolge ihrer Garzeit — und dann wird nicht mehr gerührt.

Warum
Der Topf gart mit Dampf, der von unten aufsteigt. Wer rührt, mischt die Garzeiten und bekommt zerfallenes Gemüse über halbrohem Fleisch. Das Nicht-Rühren ist keine Marotte, es ist die Methode.
Woran du es erkennst
Der Deckel bleibt zu. Wenn er zischt und leicht klappert, arbeitet der Topf richtig.

So geht es

  1. Fleisch im Topf anbraten, bis es Farbe hat.
  2. Zwiebeln und Wurzelgemüse darüber, dann alles, was schneller gart, in Lagen.
  3. Wenig Flüssigkeit angießen — der Topf soll dünsten, nicht kochen.
  4. Deckel drauf, zwei bis drei Stunden über kleiner Glut, und nicht rühren.

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Über Nacht marinieren

Marinieren heißt, Fleisch vor dem Garen stundenlang in eine Mischung aus Säure, Fett und Gewürz zu legen.

Warum
Die Säure — bei südafrikanischen Marinaden fast immer Essig — lockert das Bindegewebe an der Oberfläche und trägt die Gewürze hinein. Zucker aus Chutney oder Aprikosenkonfitüre karamellisiert später am Rost; deshalb dürfen solche Marinaden nie über volle Glut.
Woran du es erkennst
Das Fleisch ist am nächsten Morgen dunkler und fühlt sich an der Oberfläche leicht weich an.

So geht es

  1. Fleisch und Marinade in einen Beutel oder eine Schüssel, alles bedeckt.
  2. Über Nacht in den Kühlschrank, mindestens vier Stunden.
  3. Eine halbe Stunde vor dem Auflegen herausnehmen und abtropfen lassen.
  4. Zuckerhaltige Marinade erst in den letzten Minuten aufpinseln, sonst wird sie schwarz.

Stichflammen

Eine Stichflamme ist die Flamme, die hochschlägt, wenn Fett vom Fleisch in die Glut tropft.

Warum
Sie verbrennt die Oberfläche in Sekunden und schmeckt danach nach Ruß, nicht nach Rauch. Wasser macht es schlimmer: Es wirbelt Asche auf und wirft Glut aus dem Bett.
Woran du es erkennst
Es riecht plötzlich scharf, und die Flamme leckt zwischen dem Rost hoch.

So geht es

  1. Das Stück sofort zur Seite ziehen, auf die kühle Zone.
  2. Warten, bis die Flamme von allein ausgeht — das dauert Sekunden.
  3. Nie mit Wasser löschen. Wer öfter Stichflammen hat, hat zu viel Glut unter zu fettem Fleisch.

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Ruhen lassen

Ruhen heißt, das Fleisch nach dem Feuer einige Minuten liegen zu lassen, bevor es geschnitten wird.

Warum
In der Hitze wandert der Saft nach innen. Wer sofort schneidet, verliert ihn aufs Brett — und das Stück, das eben noch saftig war, ist trocken.
Woran du es erkennst
Auf dem Brett steht keine Lache, wenn du richtig gewartet hast.

So geht es

  1. Vom Rost auf ein Brett, nicht auf einen kalten Teller.
  2. Locker mit Folie abdecken, nicht einpacken — sonst weicht die Kruste auf.
  3. Fünf Minuten bei Steaks und Wurst, zehn bis fünfzehn bei großen Stücken.

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Luftgetrocknet, nicht erhitzt

Beim Trocknen wird Fleisch mit Essig und Salz behandelt und danach bei Zimmertemperatur in bewegter Luft aufgehängt — ohne Hitze.

Warum
Der Essig senkt den pH-Wert an der Oberfläche, das Salz entzieht Wasser; beides zusammen macht Bakterien den Boden unwirtlich. Genau darin unterscheidet sich Biltong von Jerky, das gesüßt und auf mindestens 71 °C erhitzt wird.
Woran du es erkennst
Fertig ist es, wenn das Stück nachgibt, aber nicht mehr federt. Innen darf es dunkelrot sein — trocken heißt nicht durchgetrocknet.

So geht es

  1. Fleisch mit der Faser schneiden, in Essig wenden, mit Salz und geröstetem Koriander würzen.
  2. Ein paar Stunden ziehen lassen, dann abtupfen.
  3. An Haken aufhängen, wo Luft zieht — kein direktes Sonnenlicht, keine Fliegen.
  4. Drei bis fünf Tage, je nach Dicke und Luftfeuchte.

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