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Cape Braai

Monografie

Shisa Nyama

Shisa Nyama heißt auf isiZulu wörtlich „verbrenne Fleisch“ und bezeichnet die öffentliche Braaiform, die in den Townships aus Metzgereien entstand: Du wählst rohes Fleisch an der Theke, lässt es wiegen und über der Glut garen. Es ist die verbreitetste Art zu braaien im Land.

Braai-Stände aus halbierten Ölfässern auf dem Gehweg unter Wellblechdächern, Rauch zieht über die Straße
HelenOnline · CC BY-SA 3.0

Wer hier schreibt

Hier schreibt niemand aus einer Township. Was auf dieser Seite steht, stammt aus den unten verlinkten Quellen — darunter zwei südafrikanische — und aus Beobachtung als Gast, nicht aus eigener Erfahrung. Die Geschichte dieser Braaiform ist mit Apartheid und Zwangsumsiedlung verbunden; sie wird hier genannt und nicht ausgeschmückt.

Das Wort

Shisa heißt auf isiZulu verbrennen oder heiß machen, nyama heißt Fleisch. Zusammen also: verbrenne das Fleisch. Die Schreibweise schwankt — shisa nyama, chisa nyama, chesa nyama, shisanyama —, gemeint ist immer dasselbe.

Das Wort beschreibt die Form, nicht die Gerichte. Was auf dem Teller liegt, ist meist sehr viel älter.

Wörter

Woher die Form kommt

Sie entstand aus einem Geschäftsproblem. Township-Metzgereien wollten am Wochenende mehr Fleisch absetzen und fingen an, es gleich vor Ort über Kohlen zu garen und fertig zu verkaufen. Aus dem Verkaufstrick wurde ein Treffpunkt.

Ein Gründungsjahr gibt es nicht. Die Darstellungen nennen übereinstimmend den Ausgangspunkt — Metzgerei plus Wochenende —, aber kein Datum. Was sie ebenfalls übereinstimmend nennen: dass daraus Orte wurden, an denen Leute aus allen Verhältnissen zusammenkommen.

Wie es abläuft

  1. An der Theke wählen

    Das Fleisch liegt roh aus, wie beim Metzger — weil es einer ist. Ausgesucht wird nach Stück, nicht nach Gericht.

  2. Wiegen lassen und zahlen

    Abgerechnet wird nach Gewicht. Das ist der Grund, warum ein Shisa Nyama günstiger ist als ein Restaurant mit derselben Menge Fleisch.

  3. Auf den Rost

    Entweder gart jemand für dich, oder du stehst selbst daneben. Beides ist üblich, und beides kostet unterschiedlich.

  4. Beilagen dazu

    Pap und Chakalaka sind Standard, nicht Zubehör. Dazu etwas zu trinken.

  5. Vor Ort essen

    An langen Tischen, oft im Stehen. Mitnehmen geht, ist aber nicht die Idee.

Welche Stücke

Typisch sind die fetten und die billigen: Rippen, Markknochen, Innereien im Netzfett, Wors, Hähnchenteile. Nicht, weil Besseres fehlte, sondern weil Fett über offener Glut das ist, was funktioniert — es hält das Fleisch feucht und macht den Rauch.

Was am Braai im Garten selten vorkommt, steht hier oft im Mittelpunkt. Skilpadjies und Markknochen sind zwei davon.

Skilpadjies · Marrow Bones · Netvet / caul fat

Was das mit dem Braai im Garten zu tun hat — und was nicht

Gemeinsam ist das Feuer und fast alles, was darauf liegt. Der Unterschied ist der Ort: Ein Braai ist privat und wird geplant, ein Shisa Nyama ist öffentlich und findet statt. Man verabredet sich nicht dorthin, man geht hin.

Der zweite Unterschied ist die Arbeitsteilung. Beim Braai macht der Gastgeber das Feuer und alle bringen Fleisch mit; beim Shisa Nyama gehört das Feuer dem Haus, und jeder bringt nur sich selbst.

Musik und Wochenende gehören dazu, nicht als Zugabe, sondern als Teil der Sache.

Zum Zusehen

Verlinkt, nicht eingebettet — beim Aufruf dieser Seite wird kein fremder Server angesprochen. Die Zeitmarken springen direkt an die Stelle.

Die Gerichte

Chakalaka im Topf: Paprika, Karotte und Bohnen in Tomatensauce
philipp from cape town · CC BY 2.0

Beilage

Chakalaka

Scharfes Gemüserelish mit Curry, Karotte, Paprika und weißen Bohnen in Tomatensauce. Wird warm, lauwarm oder kalt gegessen und gehört neben den Pap, nicht auf den Rost.

Gesamtzeit
40 Min
Portionen
6
Ausrüstung
Gusseisenpfanne
Teller mit Pap, roter Tomatensauce, Kürbis und Spinat
thomas from Mannheim · CC BY-SA 2.0

Sauce

Sheba

Langsam eingekochte Tomaten-Zwiebel-Sauce, die zu Pap gehört wie Butter zu Brot. Eine Stunde auf kleiner Flamme, mehr braucht sie nicht — aber die braucht sie wirklich.

Gesamtzeit
1 Std 15 Min
Portionen
8
Umngqusho: gekochter Samp mit Zuckerbohnen in einer Schüssel
Jon Mountjoy · CC BY 2.0

Beilage

Umngqusho

Gestampfter Mais und Zuckerbohnen, zwei Stunden weichgekocht, bis alles cremig zusammenfällt. Ein Topf, zwei Zutaten, und satt wird davon der ganze Tisch.

Gesamtzeit
10 Std 15 Min
Portionen
6
Ausrüstung
Potjie
Aufgeschnittener Vetkoek, gefüllt mit Curry-Hack
NJR ZA · CC BY-SA 3.0

Brot · Vetkoek met maalvleis

Vetkoek mit Curry-Hack

Hefeteig, in heißem Fett ausgebacken, aufgeschnitten und mit mildem Curry-Hack gefüllt. Außen knusprig, innen luftig — das Straßenessen, das in Südafrika jeder kennt.

Gesamtzeit
1 Std 10 Min
Portionen
10
Ausrüstung
Gusseisenpfanne
Längs gespaltene Markknochen, geröstet, mit Kräutersalsa und Brot
Прикли · CC BY 4.0

Fleisch · Murgbene

Marrow Bones

Längs gespaltene Rindermarkknochen über heißer Glut, bis das Mark blubbert, dazu Petersiliensalsa und geröstetes Brot. Zwanzig Minuten für die reichhaltigste Vorspeise, die ein Feuer hergibt.

Gesamtzeit
35 Min
Portionen
4
Hitze der Glut
heiß
Ausrüstung
Rost

Fleisch

Skilpadjies

Gewürzte Lammleber, in Netzfett gewickelt und über mittlerer Glut knusprig gebraten. Der Name heißt „Schildkrötchen“ und beschreibt genau das, was am Ende auf dem Rost liegt.

Gesamtzeit
47 Min
Portionen
6
Hitze der Glut
mittel
Ausrüstung
Klapprost
Maiskolben für die Braai, geschält und bereit zum Auflegen
Zs6hz · CC BY-SA 4.0

Beilage · Mielies

Mielies vom Rost

Maiskolben, erst in Folie gegart und dann offen über der Glut angekohlt, mit Kräuter- oder Currybutter. Erst die Folie, dann offen auf die Glut: nur so wird er innen weich und außen dunkel.

Gesamtzeit
32 Min
Portionen
8
Hitze der Glut
sanft
Ausrüstung
Rost