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Cape Braai

Monografie

Potjiekos

Ein Topf auf drei Beinen, drei Stunden Zeit und eine Regel: nicht rühren. Woher der Topf kommt, welche Größe zu wie vielen Leuten passt, warum die Schichtung die Methode ist — und die fünf Fehler, die alle machen.

Gusseiserner Dreibeintopf mit Deckel in der Asche, daneben brennt ein Scheit
Michael Frieboese · CC BY-SA 3.0

Der Topf

Der dreibeinige Gusseisentopf kam mit den Niederländern ans Kap und geht auf den europäischen Schmortopf zurück. Die drei Beine haben einen Zweck, der heute oft übersehen wird: Der Topf steht in der Glut, nicht auf einem Gestell darüber. Die Hitze kommt von unten und von den Seiten.

Während des Großen Trecks ab 1835 hing er unter dem Ochsenwagen, durch eine Fettschicht vor Rost geschützt, und wurde am nächsten Halt wieder aufs Feuer gesetzt. Das ist der Grund für alles, was an ihm schwer und unbequem ist: Er war Ausrüstung, kein Küchengerät.

„Potjiekos“ heißt wörtlich Topfessen. Gemeint ist nicht nur das Gericht, sondern der Nachmittag, der dazugehört.

Die Größen

Die Nummer ist keine Literangabe. Nr. 3 ist die verbreitetste Größe für eine Runde Gäste, Nr. 2 die für eine Familie. Ein Potjie sollte mindestens zu zwei Dritteln gefüllt sein — der Topf gart mit Dampf, und bei halber Füllung fehlt der.

Nummer Fasst Reicht für
Nr. 1 ca. 2 l 2–4
Nr. 2 ca. 5 l 4–6
Nr. 3 ca. 7,8 l 8–12
Nr. 4 ca. 4 l 6–8
Nr. 6 ca. 6 l etwa 10

Warum nicht gerührt wird

Der Topf gart mit Dampf, der von unten aufsteigt und am Deckel wieder herunterläuft. Deshalb liegt unten das Fleisch, das Stunden braucht, darüber das Wurzelgemüse, darüber alles, was schneller gar ist. Jede Lage wird von dem gedämpft, was unter ihr liegt.

Wer rührt, mischt die Garzeiten. Das Ergebnis ist zerfallenes Gemüse über halbrohem Fleisch — und Flüssigkeit, die unten ansetzt, weil das Fleisch aufgewirbelt wurde. Das Nicht-Rühren ist keine Marotte; es ist die Methode.

Angegossen wird wenig. Der Topf soll dünsten, nicht kochen. Wenn der Deckel zischt und leicht klappert, stimmt es.

Schichten im Potjie · Potjie

Einbrennen und Pflege

Ein neuer Topf wird eingebrannt: dünn mit Öl ausreiben, über der Glut erhitzen, bis es raucht, abkühlen lassen, wiederholen. Das ergibt die schwarze, glatte Schicht, die man nicht abwaschen darf.

Nach dem Gebrauch heiß ausspülen, ohne Spülmittel, trockenreiben und dünn einölen. Auf keinen Fall über Nacht mit Wasser stehen lassen — Gusseisen rostet in Stunden, nicht in Wochen.

Rost ist kein Todesurteil. Abschmirgeln, neu einbrennen, weitermachen. Ein Potjie überdauert den, der ihn gekauft hat.

Die fünf häufigsten Fehler

  1. Zu viel Flüssigkeit

    Aus dem Eintopf wird eine Suppe, und die Schichtung schwimmt auseinander. Angießen, bis es feucht ist — nicht, bis es bedeckt ist.

  2. Zu große Glut

    Unten setzt es an, oben ist nichts gar. Der Potjie braucht eine kleine, ruhige Glut, die man nachlegt statt aufzuschichten.

  3. Deckel aufheben

    Jedes Mal entweicht der Dampf, der das Garen macht. Einmal nach zwei Stunden reicht.

  4. Rühren

    Siehe oben. Es ist der eine Handgriff, der das Gericht kaputt macht.

  5. Zu wenig im Topf

    Unter zwei Dritteln Füllung entsteht nicht genug Dampf. Lieber eine Nummer kleiner nehmen, als einen großen Topf halb zu füllen.

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