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Cape Braai
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Fleisch

Bobotie

Gewürztes Rinderhack mit Chutney, Rosinen und eingeweichtem Brot, unter einer goldenen Eierschicht gebacken. Wenn Südafrika ein Nationalgericht hat, dann dieses.

Bobotie ist Kap-Malaiisch in Reinform: ein europäischer Hackauflauf, gewürzt mit den Aromen, die über den Gewürzhandel und die Verschleppung von Menschen aus Südostasien ans Kap kamen. Die Lorbeerblätter obenauf sind nicht Dekoration, sondern Teil der Überlieferung.

Vorbereitung
35 Min
Am Feuer
45 Min
Portionen
6
Aufwand
mittel

Wann es drankommt

Vorher fertig

Machst du in der Küche. Steht auf dem Tisch, bevor du anzündest.

Ausrüstung: Backofen

Diese Linie

Gewürze, die süß-saure Behandlung von Fleisch, Marinaden, der Spieß.

Zubereitung

  1. Brot einweichen

    Das Brot in 250 ml Milch einweichen und stehen lassen, bis es vollständig durchgezogen ist. Danach ausdrücken und die Milch aufheben — sie kommt in den Eierguss.

  2. Zwiebeln und Gewürze

    Öl erhitzen, Zwiebeln weich dünsten, Knoblauch kurz mitdünsten. Masala, Kurkuma und Kreuzkümmel einstreuen und eine Minute rösten, bis es duftet.

  3. Hack anbraten

    Das Hack zugeben und krümelig braten, bis keine rosa Stellen mehr zu sehen sind. Nicht zu fein zerdrücken — Bobotie soll Struktur haben.

  4. Süß und sauer

    Chutney, Konfitüre, Rosinen, Zitronensaft, das ausgedrückte Brot und Salz unterrühren. 15 Minuten leise köcheln lassen. Die Masse soll feucht, aber nicht suppig sein.

  5. Einfüllen

    In eine gebutterte Auflaufform geben und glatt streichen, aber nicht festdrücken. Der Eierguss muss ein wenig einsickern können.

  6. Eierguss

    Die aufgehobene Milch mit der zweiten Portion Milch, den Eiern und Salz verquirlen und über die Hackmasse gießen. Die Lorbeerblätter aufrecht hineinstecken.

  7. Backen

    Bei 180 °C 30 bis 45 Minuten backen, bis der Eierguss gestockt und goldbraun ist. Zehn Minuten ruhen lassen, bevor angeschnitten wird.

Tipps

  • Klassisch dazu ist Geelrys — gelber Reis mit Kurkuma und Rosinen. Er ist nicht optional, sondern die zweite Hälfte des Gerichts.
  • Am Feuer geht Bobotie im gusseisernen Topf mit Glut auf dem Deckel. Dann eher 50 Minuten und zwischendurch nachsehen.
  • Wer es weniger süß mag, lässt die Konfitüre weg und behält das Chutney. Ganz ohne Süße fehlt dem Curry der Gegenpol.

Bobotie ist die Zusammenfassung der südafrikanischen Küchengeschichte auf einem Teller. Die Bauart — Hack, Eierguss, Auflaufform — ist europäisch und mit den Niederländern gekommen. Die Gewürze sind südostasiatisch und mit den Menschen gekommen, die die Ostindien-Kompanie versklavt ans Kap brachte.

Was daraus entstand, folgt einer Logik, die man in halb Südafrika wiederfindet: süß gegen sauer, Curry als Verbindung. Chutney und Aprikose auf der einen Seite, Zitrone und Zwiebel auf der anderen, Kurkuma und Masala dazwischen.

Das eingeweichte Brot ist dabei kein Streckmittel. Es hält Feuchtigkeit in der Masse, und ohne es wird Bobotie trocken und krümelig — der häufigste Fehler bei diesem Gericht.

Woher es kommt

Woher das Wort kommt
Afrikaans, Herkunft umstritten · Wörtlich „ohne gesicherte Bedeutung“ Eine verbreitete Herleitung führt es auf das indonesische „bobotok“ zurück; sicher ist sie nicht.

Bobotie ist das Gericht, an dem sich die kap-malaiische Küche am besten erklären lässt: ein europäischer Hackauflauf mit einer Würzung, die aus keiner europäischen Küche stammt. Die Bauform — Fleisch, in Milch eingeweichtes Brot, eine Eierdecke obenauf — steht in der niederländischen Haushaltsküche des 17. Jahrhunderts. Kurkuma, Curry, Rosinen und Chutney tun das nicht.

Der Weg dieser Gewürze ans Kap ist bekannt und unangenehm. Ab 1658 wurden Menschen aus dem indonesischen Archipel, von der indischen Küste, aus Ceylon, Madagaskar und Ostafrika an die Versorgungsstation der Niederländischen Ostindien-Kompanie verschleppt. Sie kochten in den Haushalten, in denen sie arbeiten mussten — und was dort entstand, war keine der beiden Küchen, sondern eine dritte.

Über den Namen sind sich die Quellen nicht einig. Eine verbreitete Herleitung führt ihn auf das indonesische „bobotok“ zurück, ein in Blätter gewickeltes und gedämpftes Gericht; belegt ist das nicht. Was sich belegen lässt, ist der Weg der Zutaten, und der genügt.

Auf dem Rost sieht man davon wenig — Bobotie kommt aus dem Ofen. Am Feuer wird es trotzdem gemacht, in der gusseisernen Pfanne mit Glut auf dem Deckel, und dann schmeckt man den Rauch in der Eierdecke.

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