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Cape Braai
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Herkunftslinie · ab 1658

Kap-Malaien

Die kap-malaiische Küche ist die Küche der Nachfahren von Menschen, die ab 1658 aus dem indonesischen Archipel, von der indischen Küste, aus Ceylon, Madagaskar und Ostafrika ans Kap verschleppt wurden — sie brachte die Gewürze mit, an denen man südafrikanisches Essen erkennt.

Signatur: lang gestrichelt

Bobotie, Sosaties und Koesisters stehen auf jeder Rezeptseite. Woher sie kommen, steht selten dabei.

Ans Feuer gebracht

Gewürze, die süß-saure Behandlung von Fleisch, Marinaden, der Spieß.

Was sie mitbrachte

  • Kurkuma, Kardamom, Fenchel, Anis, Nelke, Zimt — als System, nicht als Einzelzutat
  • Die Verbindung von Frucht und Fleisch: Aprikose zu Lamm, Rosine im Hackauflauf
  • Essig als Träger der Würze, nicht nur als Konservierung
  • Der marinierte Spieß — aus „sate“ wird „sosatie“

Die Niederländische Ostindien-Kompanie richtete 1652 am Kap eine Versorgungsstation ein. Ab 1658 kamen die ersten versklavten Menschen dorthin — aus Java, Sulawesi, Bengalen, von der Malabarküste, aus Ceylon, Madagaskar und dem östlichen Afrika. Sie wurden verschleppt, nicht angeworben; das ist der Anfang dieser Linie, und er gehört genannt.

Was daraus entstand, ist keine Kopie einer südostasiatischen Küche, sondern etwas Eigenes: die Gewürze von dort, die Techniken der niederländischen Haushalte, in denen die Menschen arbeiten mussten, und die Zutaten, die am Kap zu bekommen waren. Bobotie ist der klarste Fall — ein europäischer Hackauflauf mit einer Würzung, die aus keiner europäischen Küche stammt.

Nach der Aufhebung der Sklaverei 1834 zogen viele freigelassene Menschen ins Bo-Kaap. 1957 erklärte die Apartheidregierung den Stadtteil zum „Malay group area“ und zwang alle anderen zum Wegzug. Wer heute im Bo-Kaap isst, isst an einem Ort, dessen Bevölkerung zweimal per Gesetz festgelegt wurde. Das erklärt, warum dort auf Essen so viel Gewicht liegt.

Ein Wort zur Bezeichnung. „Kap-Malaien“ ist historisch ungenau — die Wurzeln liegen eher in Indonesien als in Malaysia, in Aceh auf Sumatra, in Sulawesi und auf Java. Unter der Apartheid diente der Begriff der amtlichen Einordnung von Menschen, und wer so eingeordnet wurde, hat das nicht selbst gewählt. Die südafrikanische Köchin und Historikerin Cass Abrahams ordnete die Küche 1995 als „Essen aus Afrika“ ein und benannte als Erste öffentlich ihre Vermischung — samt der Khoekhoe-Einflüsse, die aus den Aufzeichnungen herausgeschrieben worden waren. Der Name steht hier trotzdem, weil man unter ihm sucht; was er verdeckt, steht daneben.

Wer hier schreibt

Diese Seite wird in Kapstadt geschrieben, aber nicht aus dem Bo-Kaap und nicht aus dieser Gemeinschaft heraus. Was hier steht, stammt aus den unten verlinkten Quellen und aus dem, was man beim Einkaufen und Essen sieht — nicht aus eigener Herkunft. Wo eine Quelle etwas anders erzählt als eine andere, steht das dabei.

Die Rezepte dieser Linie

Bobotie in der Auflaufform, aufgeschnitten, mit der goldenen Eierschicht obenauf
Olivier Lemoine · CC BY-SA 4.0

Fleisch

Bobotie

Gewürztes Rinderhack mit Chutney, Rosinen und eingeweichtem Brot, unter einer goldenen Eierschicht gebacken. Wenn Südafrika ein Nationalgericht hat, dann dieses.

Gesamtzeit
1 Std 30 Min
Portionen
6
Ausrüstung
Backofen
Gatsby mit Calamari und Pommes, aufgeschnitten am Marktstand
HelenOnline · CC BY-SA 3.0

Fleisch

Gatsby

Ein ganzes Baguette, gefüllt mit essiggetränkten Pommes, Fleisch und scharfer Sauce, in sechs Stücke geschnitten. Kein Sandwich für einen — eine Mahlzeit für die halbe Straße.

Gesamtzeit
55 Min
Portionen
6
Ausrüstung
Gusseisenpfanne

Fisch

Smoorsnoek

Geräucherter Snoek, zerpflückt und mit Zwiebeln, Tomaten und Kartoffeln geschmort, zum Schluss mit Reis vermengt. Ein Restegericht, das besser ist als das Original.

Gesamtzeit
45 Min
Portionen
6
Ausrüstung
Gusseisenpfanne
Ochsenschwanz mit Kartoffeln und Karotten im gusseisernen Dreibeintopf über dem Feuer
Stoutseun · CC BY-SA 4.0

Fleisch · Stertpotjie

Cape Malay Oxtail Potjie

Ochsenschwanz mit Rotwein, Kreuzkümmel und Curry, vier Stunden im Dreibeintopf. Vier Stunden, von denen dreieinhalb nichts von dir verlangen.

Gesamtzeit
5 Std
Portionen
8
Hitze der Glut
heiß
Ausrüstung
Potjie
Waterblommetjies im Wasser — die Kap-Wasserähre in ihrem natürlichen Vorkommen
Dwergenpaartje · CC BY-SA 4.0

Fleisch

Waterblommetjiebredie

Lammschulter, langsam geschmort mit den Blütenständen der Kap-Wasserähre, Weißwein und viel Zitrone. Das eine Gericht, das es nur am Westkap gibt und nur im Winter.

Gesamtzeit
3 Std 15 Min
Portionen
8
Ausrüstung
Potjie
Ganze Fische über heißer Glut, die Haut vom Rost gestreift
PattayaPatrol · CC BY-SA 4.0

Fisch · Snoek

Snoek mit Aprikosenglasur

Aufgeklappter Snoek im Klapprost, mit einer Glasur aus Aprikosenkonfitüre, Knoblauch und Butter bestrichen. Am Westkap ist das keine Rezeptidee, sondern eine Institution.

Gesamtzeit
30 Min
Portionen
6
Hitze der Glut
mittel
Ausrüstung
Klapprost
Sosaties-Spieße über offenem Feuer auf einem einfachen Rost
Dumbassman · CC BY-SA 4.0

Fleisch · Sosaties

Sosaties mit Aprikose

Lammspieße in einer Curry-Aprikosen-Marinade, über Nacht gezogen. Das kap-malaiische Erbe am Feuer — süß, sauer und würzig in einem.

Gesamtzeit
12 Std 47 Min
Portionen
4
Hitze der Glut
heiß
Ausrüstung
Rost
Geflochtene, sirupgetränkte Koeksisters auf einem Teller
Arnold Goodway · CC BY-SA 2.0

Süßes

Koeksisters

Geflochtene Teigstränge, in heißem Fett ausgebacken und sofort in eiskalten Gewürzsirup getaucht. Außen knackig, innen tropfnass — der Temperaturunterschied ist das ganze Rezept.

Gesamtzeit
1 Std 40 Min
Portionen
12
Ausrüstung
Gusseisenpfanne

Zum Zusehen

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