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Cape Braai
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Snack

Biltong

Rindfleisch in Streifen, in Essig gebeizt, mit geröstetem Koriander und grobem Salz gewürzt und drei bis sechs Tage luftgetrocknet. Kein Feuer beteiligt — und trotzdem das Südafrikanischste hier.

Biltong ist älter als jedes Rezept auf dieser Seite. Die Methode — Essig, Salz, Koriander, Luft — stammt aus einer Zeit ohne Kühlung und macht Fleisch für Wochen haltbar. Der Koriander ist kein Zufall: Das Kap lag an der Gewürzroute nach Asien.

Vorbereitung
45 Min
Marinieren
1 Tg
Trocknen
4 Tg
Am Feuer

Wann es drankommt

Ganz zum Schluss

Nachtisch in der Restwärme — oder etwas, das gar kein Feuer mehr braucht.

Ausrüstung: gar nichts

Diese Linie

Fleisch direkt über der Glut, Trocknen als Vorratshaltung, Wild statt Schlachtvieh.

Zubereitung

  1. Fleisch schneiden

    Das Fleisch in etwa zwei bis zweieinhalb Zentimeter dicke Streifen schneiden — mit der Faser, nicht quer. Quer geschnitten reißt Biltong beim Schneiden statt sich zu schälen.

  2. Koriander rösten und mahlen

    Koriander und Pfeffer ohne Fett rösten, bis sie duften, dann grob mahlen und die Spelzen aussieben. Grob heißt: sichtbare Stücke, kein Pulver.

  3. Beizen

    Die Streifen in eine nichtmetallische Schüssel legen, mit Essig übergießen und 24 Stunden kalt stellen, dabei zwei- bis dreimal wenden. Der Essig ist die halbe Konservierung.

  4. Würzen

    Das Fleisch aus dem Essig nehmen, kurz abtupfen, aber nicht trocken reiben. Salz, Zucker, Koriander, Pfeffer und Natron mischen und die Streifen darin von allen Seiten wälzen.

  5. Aufhängen

    Mit Haken oder Bindfaden aufhängen, sodass sich die Streifen nicht berühren. Ideal sind 21 bis 24 °C bei 40 bis 60 Prozent Luftfeuchte und steter Luftzug — ein Ventilator auf niedrigster Stufe reicht.

  6. Drei bis sechs Tage trocknen

    Fertig ist Biltong, wenn es etwa die Hälfte seines Gewichts verloren hat. Feucht in der Mitte heißt drei bis vier Tage, durchgetrocknet sechs bis zehn. Die Konsistenz soll an einen Ledergürtel erinnern, nicht an ein Brett.

  7. Schneiden

    Quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden. In dicken Stücken ist Biltong Kauarbeit.

Tipps

  • Feuchtigkeit ist der einzige echte Feind. Über 60 Prozent Luftfeuchte schimmelt es, bevor es trocken ist — dann braucht es eine Biltong-Box mit Ventilator und Glühbirne.
  • Wiegen statt raten: Streifen vor dem Aufhängen wiegen und notieren. Bei 50 Prozent Gewichtsverlust ist es fertig, unabhängig davon, wie viele Tage vergangen sind.
  • Malzessig ist verbreitet, brauner Essig oder Apfelessig sind milder und lassen den Koriander besser durch.
  • Es hält in einem Papierbeutel bei Zimmertemperatur wochenlang. In Plastik schwitzt es und verdirbt.

Biltong ist kein Snack, sondern eine Konservierungsmethode, die aus der Zeit vor dem Kühlschrank stammt und in Südafrika nie verschwunden ist. Vier Dinge machen sie aus: mageres Fleisch, Essig, Salz und Koriander.

Der Unterschied zu amerikanischem Jerky ist grundsätzlich. Jerky wird dünn geschnitten, gewürzt und getrocknet — oft mit Wärme. Biltong wird dick geschnitten, in Essig gebeizt und an kühler, bewegter Luft getrocknet. Das Ergebnis ist innen weicher, außen dunkler und schmeckt nach Fleisch statt nach Marinade.

Der einzige heikle Punkt ist die Luft. Zu feucht heißt Schimmel, zu trocken heißt eine harte Kruste, unter der es feucht bleibt. Zwischen 40 und 60 Prozent Luftfeuchte und ein wenig Zug — mehr braucht es nicht.

Woher es kommt

Woher das Wort kommt
Afrikaans · Wörtlich „von „bil“ (Keule) und „tong“ (Zunge, hier: Streifen)“ Der Name beschreibt die Form des Streifens, nicht das Tier.

Biltong wird gern als Erfindung der Voortrekker erzählt. Das stimmt für den Essig und für das Wort, nicht für die Methode. Fleisch in Streifen zu schneiden, zu salzen und an der Luft zu trocknen war am Kap Praxis, bevor 1652 das erste Schiff der Niederländischen Ostindien-Kompanie ankerte; die Darstellungen führen Biltong ausdrücklich auf diese ältere Konservierung zurück.

Was die Siedler beisteuerten, war der Essig — und mit ihm eine Säure, die den pH-Wert an der Oberfläche senkt. Zusammen mit dem Salz macht das Bakterien den Boden unwirtlich, ohne dass Hitze nötig wäre. Genau daran hängt der Unterschied zu Jerky, das gesüßt und auf mindestens 71 Grad erhitzt wird: Biltong wird nie gegart.

Der Koriander kam mit demselben Gewürzhandel, der auch die Boerewors prägte. Geröstet schmeckt er nussig statt seifig — dasselbe gilt hier wie dort.

Was heute anders ist als früher, ist der Ort. Am Kap reicht in den trockenen Monaten ein zugiger Platz vor dem Fenster; in Europa nicht, dort ist die Luftfeuchte das Problem. Deshalb ist der Trockenkasten dort keine Spielerei, sondern Voraussetzung.

Zum Zusehen

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Gesamtzeit
40 Min
Portionen
6
Hitze der Glut
mittel
Ausrüstung
Klapprost