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Cape Braai
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Fleisch · Auf Afrikaans: Bunny chow

Bunny Chow

Scharfes Durban-Lammcurry in einem ausgehöhlten Viertel Weißbrot. Kein Teller, kein Besteck — das Brot ist beides und wird am Ende mitgegessen.

Bunny Chow entstand in den 1940er-Jahren in Durban unter indischstämmigen Arbeitern, die eine tragbare Mahlzeit brauchten. „Bunny“ geht wahrscheinlich auf „bania“ zurück, die Händlerkaste, die das Gericht verkaufte; „chow“ heißt schlicht Essen. Mit Hasen hat es nichts zu tun.

Vorbereitung
35 Min
Am Feuer
1 Std 45 Min
Portionen
4
Aufwand
mittel

Wann es drankommt

Vorher fertig

Machst du in der Küche. Steht auf dem Tisch, bevor du anzündest.

Ausrüstung: gar nichts

Diese Linie

Curry als Alltagsgericht, Brot als Gefäß, das Currypulver im Supermarktregal.

Zubereitung

  1. Ganze Gewürze anrösten

    Öl erhitzen, Zimtstange, Kardamom und Curryblätter kurz darin rösten, bis die Blätter knistern. Das ist die Grundlage, auf der alles Weitere aufbaut.

  2. Zwiebeln bräunen

    Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze 12 bis 15 Minuten braten, bis sie tief goldbraun sind. Nicht abkürzen — ein Durban-Curry hat seine Farbe von den Zwiebeln, nicht vom Pulver.

  3. Gemahlene Gewürze

    Knoblauch, Ingwer und Chili eine Minute mitdünsten, dann Masala und Kurkuma einstreuen und mit einem Schuss Wasser ablöschen, damit sie nicht anbrennen.

  4. Fleisch anbraten

    Das Lamm zugeben und unter Rühren rundum anziehen lassen, bis es überall Farbe hat.

  5. Schmoren

    Tomaten, Wasser und Salz zugeben, aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze anderthalb Stunden schmoren. Nach einer Stunde die Kartoffeln zugeben.

  6. Einkochen

    Deckel abnehmen und 15 Minuten offen einkochen, bis die Sauce dick ist und sich das Öl an der Oberfläche absetzt. Das ist der Punkt, an dem ein Durban-Curry fertig ist.

  7. Brot vorbereiten

    Das Brot vierteln. Aus jedem Viertel von der Schnittseite her die Krume herausnehmen, ohne die Kruste zu durchstoßen. Der herausgenommene Teil heißt „the virgin“ und wird zum Tunken danebengelegt.

  8. Füllen und servieren

    Das heiße Curry in die Brotviertel füllen, mit Koriander bestreuen und den Karottensambal — grob geriebene Karotte mit Chili, Essig und Salz — danebenlegen.

Tipps

  • Das Brot muss dicht sein. Ein luftiges Ciabatta löst sich auf; ein einfaches kastenförmiges Weißbrot hält eine Stunde.
  • Das Curry muss dick sein. Wenn es noch flüssig ist, weicht der Boden durch, bevor der erste Bissen genommen ist.
  • Gegessen wird mit den Händen: erst die herausgenommene Krume tunken, dann sich durch die Wände arbeiten. Besteck ist nicht vorgesehen.
  • Es gibt Bunny Chow als Viertel, Halb und Ganz. Ein Viertel ist eine Mahlzeit für eine Person, kein Vorgericht.

Bunny Chow ist keine Erfindung der Küche, sondern der Logistik. In den 1940er-Jahren brauchten indischstämmige Arbeiter in Durban etwas, das man tragen, mitnehmen und ohne Teller essen konnte. Ein ausgehöhltes Viertel Weißbrot löste alle drei Probleme auf einmal.

Damit ist es das einzige Gericht auf dieser Seite, das gar nichts mit Feuer zu tun hat und trotzdem hierhergehört — weil es zu Südafrika gehört wie Boerewors und weil Durban-Curry ein Kapitel für sich ist: mehr Chili, mehr Kurkuma und weniger Sahne als jede nordindische Fassung.

Das Wichtigste ist die Konsistenz. Ein Bunny Chow steht oder fällt damit, ob die Sauce dick genug ist. Ist sie es nicht, hat man nach fünf Minuten Curry im Schoß und ein Brot ohne Boden.

Woher es kommt

Woher das Wort kommt
Südafrikanisches Englisch · Wörtlich „wahrscheinlich von „bania“ (Händlerkaste) und „chow“ (Essen)“ Mit Kaninchen hat der Name nichts zu tun.

Am 16. November 1860 legte die Truro in Port Natal an, mit 342 Kontraktarbeitern aus Madras an Bord. Bis 1911 kamen rund 152.000 Menschen aus Indien unter Vertrag nach Natal, um auf den Zuckerpflanzungen zu arbeiten — fünf Jahre für zehn Schilling im Monat. 1911 untersagte Indien die Anwerbung wegen der Behandlung seiner Staatsangehörigen.

Wer nach Ablauf des Vertrags blieb, eröffnete oft einen kleinen Laden oder einen Straßenstand. Aus diesen Ständen kommt das Gericht, für das Durban bekannt ist: Curry in einem ausgehöhlten Brot, ohne Teller und ohne Besteck zu essen.

Über die Entstehungszeit gehen die Angaben auseinander. Genannt werden die 1860er-Jahre für erste Currys in Wegwerfgefäßen und die 1930er- bis 1940er-Jahre für das ausgehöhlte Brot in seiner heutigen Form. Beides steht hier nebeneinander, weil sich keines der Daten sauber belegen lässt.

Was geblieben ist, ist die Bauform. Das Brot ist kein Behälter, sondern Teil der Mahlzeit: Die herausgenommene Krume — der „virgin“ — kommt obendrauf und wird zum Tunken benutzt. Wer ihn wegwirft, hat die Hälfte weggeworfen.

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